„Mama, komm mal runter!“

„Mama, komm mal runter!“

Die Zeit ist wie ein Heliumballon: Erst können wir es kaum erwarten, dass wir ihn in die Hand bekommen und wenn wir ihn halten und kurz unaufmerksam sind, dann entrinnt er uns und wir können ihn nicht mehr einfangen, sondern müssen wehmütig zusehen, wie die Entfernung immer größer wird.
Die letzten Wochen sind bei uns wie im Flug vergangen. Jetzt ist Herbstanfang und ich frage mich, wo die Zeit geblieben ist. Wenn ich darüber nachdenke, weiß ich das natürlich ganz genau. Denn die Zeit stand bei uns ja nicht still – im Gegenteil: Es ist viel passiert. Little Ne und BigLu haben ihre Ferien in vollen Zügen ausgekostet. Wir waren zwar nicht im Urlaub, aber 6 Wochen Faulenzen, Ausschlafen, Spielen und  jede Menge Eis haben ihnen doch eine schöne Ferienzeit beschert. Wir haben außerdem den 7. Geburtstag von LittleNe gefeiert. Ein schöner Ausflug mit der Familie, Luftballons und einen Bollerwagen voller Leckereien. Und letzte Woche war der große Tag von unserem Kleinsten, denn unser Alienbaby feierte seinen 1. Geburtstag mit lieben Gästen, einer Zeitkapsel und jeder Menge Kuchen.

 

To Do- Listen des Grauens

Und jetzt? Heute ist offizieller Herbstanfang. Ich sitze in Schlafanzughose und Kuschelsocken auf dem Bett und blogge. Mein Kopf ist voll mit Geschichten und DIY Ideen, die alle ihren Weg ins große Webiversum finden wollen. Klingt soweit entspannt, wäre da nicht diese Anspannung im Kopf. Denn während ich hier scheinbar ruhig sitze, gehen mir tausend andere Dinge durch den Kopf. Was kochst du heute Abend? Du musst noch die Waschmaschine einschalten und was verschenken wir dieses Jahr eigentlich zu Weihnachten? Mein Kopf kommt von Höckchen auf Stöckchen und gibt keine Ruhe. Ich werde unruhig und überlege, was ich als Nächstes machen muss.

Normalerweise fange ich in solchen Momenten an eine ToDo Liste zu erstellen und möchte diese natürlich sofort abarbeiten, doch am Ende finde ich mich in der täglich wiederkehrenden Situation wieder: Mama wuselt durch die Gegend, versucht 5 Dinge gleichzeitig zu erledigen, ist gestresst und fällt nach vielen Stunden erschöpft auf die Couch mit den Worten: Ich habe heute nichts geschafft! Die ToDoListen werden immer länger und ein vollständiges Abarbeiten ist schier unmöglich, denn tägliche Aufgaben finden immer wieder ihren Weg auf diese Listen, nachdem man sie doch erst erledigt hat.

 

Ein kleiner Satz mit großer Wirkung.

Warum ich das alles aufschreibe? Weil ich neulich wieder wuselnd durch die Wohnung lief mit einem Immer wieder das Selbe – Gemurmel und mein Sohn in seiner Vorpubertiermanier lümmelnd auf der Couch lag und zu mir sagte: „Komm mal runter, Mama!“
Und während ich noch für den Wenn ich das alles nicht machen würde – Vortrag Luft holte, musste ich kurz innehalten. Denn dieser junge Mensch, der immer mehr seine eigenen Interessen festigt und seine eigene Meinung vertritt, hatte vollkommen recht!

Ich bin ständig unter Strom und immer auf dem Sprung. Mein Kopf hat keine Pause. Wenn ich abends mit meinem Mann einen ruhigen Fernsehabend verbringe, habe ich oft das Handy in der Hand und erstelle mir meine Aufgabenliste für den nächsten Tag. Wenn der Mittagsschlaf unseres Jüngsten beginnt, eile ich vom Babybett zu meiner Liste, um diese akribisch abzuarbeiten. Jedenfalls solange, bis das erste Quäken übers Babyphone ertönt und mich wieder zum Babybett eilen lässt.

Genau aus diesem Grund werde ich also jetzt an diesem Sonntag nicht aufstehen und 10 weitere Dinge tun, die ich für wichtig erachte, sondern versuchen mehr die Dinge zu tun, die mir wichtig sind und die mir Spaß machen. Kein leichtes Unterfangen, aber man muss diesen Dingen mehr Aufmerksamkeit schenken, denn sonst sind diese wertvollen Momente schneller weg, als ein frei fliegender Heliumballon im Himmel.

 

Danke fürs Lesen!

 

Liebe Grüße
NeLuMum

 



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