Aller Anfang ist schwer….manchmal.

Unser kleiner Sohnemann erblickte am 13. September 2017 um 10:09 Uhr durch einen geplanten Kaiserschnitt das Licht der Welt. Er war 52cm und wog stolze 3750Gramm. Inzwischen sind wir mit unserem kleinen Wonneproppen (mit seinem hellblonden Haar) Zuhause und genießen unsere Kennenlernzeit. Der Weg dahin war allerdings gepflastert mit ein paar kleinen Holpersteinen.

MITTWOCH:

Eigentlich hatten wir uns für die Geburt unseres Alien eine besondere Form des Kaiserschnitts gewünscht. Die sogenannte Kaisergeburt. Bei diesem Kaiserschnitt, wird nach dem Schnitt und vor der eigentlichen Geburt des Kindes der OP Vorhang entfernt, damit die Eltern die Geburt ihres Kindes miterleben können. Leider hat esbei mir nicht geklappt, wie wir es uns erhofft hatten, da mein Bauch abgeklebt werden musste und die Sicht dadurch nicht vorhanden war. Aber ganz ehrlich: Das war gar nicht schlimm für mich! Das gesamte OP Team war sehr nett, lieb und aufmerksam. Sie haben mir alles genauestens erklärt, sie haben Scherze gemacht um meine Ängste zu mildern und in dem entscheidenden Moment war es ruhig und wir konnten unser Glück mit Händen greifen, denn unser Sohn war geboren 🙂 Während ich zugenäht wurde, durfte unser Alien (nach einem kurzen Check-up beim Kinderarzt) die gesamte Zeit bei mir und Phreak im OP bleiben. Ich durfte fühlen, riechen und staunen. Ich war zufrieden und voller Glückshormone.

Später lag ich im Kreißsaal und wartete auf meinen Mann und unser Alien, welcher nochmal zum ausführlichen Check-up beim Kinderarzt war. Leider wartete ich vergebens, denn mein Sohnemann sollte auf die Kinderstation, weil er Startschwierigkeiten hatte. Das Atmen fiel ihm immer schwerer und strengte ihn zu sehr an, weshalb er nach kurzer Zeit auf der Neugeborenen Intensivstation einquartiert wurde. Während ich also im Kreißsaal die ersten Tränen verdrückte, weil ich nicht bei meinem Baby sein konnte, verging die Zeit. Nach meiner Beobachtungsphase, wurde ich noch im Bett liegend auf die Neugeborenen Intensivstation gefahren und durfte meinen kleinen Schatz kurz sehen. Eine Wohltat für mein Mamaherz und dennoch erschreckte mich der Anblick der Atemmaske, die zahlreichen Zugänge und Schläuche. Auch wenn mir alles ganz genau erklärt wurde, wofür welches Kabel war und das alles viel schlimmer aussieht, als es tatsächlich war, habe ich dennoch eine Riesenangst bekommen.

Nachdem ich auf mein Zimmer gebracht wurde und mit den Nachwirkungen der Narkose und der OP kämpfte, pendelte Phreak immer zwischen uns beiden hin und her, und hielt mich auf dem Laufenden und versuchte mich durch Fotos und Videos an allem teilhaben zu lassen. So verging für mich der erste Tag ohne mein Baby lange im Arm halten zu können.

DONNERSTAG:

Am nächsten Tag bin ich morgens das erste Mal mit der Physiotherapeutin aufgestanden. Es war für mich fast unerträglich. Ich habe am ganzen Körper vor Schmerz gezittert und war einfach nur fertig. Aber ich denke, jede Mama, die einen Kaiserschnitt hatte, kann das nachvollziehen. Da ich aber den besten Anreiz hatte, habe ich mich noch am selben Tag immer wieder gezwungen aufzusetzen und kurz zu stehen. So konnte ich abends im Rollstuhl auf die Intesivstation zu unserem Alien und ihn besuchen. Dort lag unser Kleiner schon ohne Atemmaske mit geöffneten Augen im Wärmebett und erkundete die Welt. Das Atmen klappte bereits gut und die Sauerstoffwerte waren gestiegen. Einzig allein die Entzündungswerte in seinem Körper waren gestiegen, weshalb er nun Antibiotika bekam. Auf der Station sagte man uns, dass er noch am selben Abend auf die Neonatologie (Frühchenstation ohne Intensiv) verlegt werden kann. Also hieß es Bye Bye Intensiv und Phreak und ich haben erstmalig aufgeatmet.

Auf der neuen Station, war alles schon viel weniger angsteinflößend für mich. Zwar hatte unser Alien noch ein paar wenige Kabel an seinem Körper (zur Überwachung), aber wir durften ihn an diesem Abend endlich wieder im Arm halten! Dieses zufriedene Glücksgefühl tat mir und Phreak so unwahrscheinlich gut. Ein neuer Weg zeichnete sich ab und der ging steil aufwärts und zwar im positiven Sinne.

FREITAG:

Heute war der Tag an dem unsere Familie endlich vereint wurde, denn BigLu und LittleNe kamen zusammen mit ihrer Oma ins Krankenhaus. Nach langem Warten und zahlreichen Fotos und Videos durften unsere Großen ihren kleinen Bruder endlich in die Arme schließen und willkommen heißen. Unsere sonst recht redselige LittleNe wurde ganz ruhig als sie ihren kleinen Bruder in den Armen hielt und unser BigLu zeigte sich von seiner sanftesten und liebevollsten Seite. Auch die Oma war von ihrem neuen Enkelchen verzaubert und trotz der im Raum oft piependen Geräte, kam eine innere Ruhe in uns auf. Alles wird gut!

Noch am selben Abend überraschte uns eine der Schwestern mit der Aussage, dass unser kleiner Alien auf die Kinderstation verlegt werden sollte. Das bedeutete für uns: Keine Kabel und keine Überwachung war mehr nötig und wir durften unser Baby mit aufs Zimmer nehmen. Ganz ehrlich, damit hatten wir noch gar nicht gerechnet. Plötzlich ging alles sehr schnell und im nächsten Moment saßen wir mit Baby auf dem Zimmer und schauten ihn die ganze Nacht verliebt an.

SAMSTAG:

Ein sonniger Morgen und ich strahlte mit der Sonne um die Wette.

In der Nacht wurden von den Schwestern immer wieder die Werte von unserem kleinen Alien überprüft und alles war super. Die Entzündungswerte waren schneller als erwartet zurückgegangen, sodass das Antibiotikum abgesetzt wurde. Die Atmung war regelmäßig und unser Alien konnte seine Temperatur perfekt halten. Einzig und allein der Gelbsucht Wert war erhöht. Dies alles teilte uns die Kinderärztin mit, die gleich auch die U2 machte. Sie beendete ihre Untersuchung mit den Worten, dass wenn der Wert am Nachmittag unter 10 wäre, könnten wir schon mit unserem Alien nach Hause gehen.
Ich kann es nicht anders sagen, aber ich war sprachlos und perplex. Wie konnte es sein, dass am Mittwoch unser kleiner Alien mit Schläuchen übersät auf der Intensivstation lag und nur 3 Tage später die Entlassung im Raum stand? Ich kann das bis heute nicht begreifen, aber dennoch hatten wir uns für die Entlassung vorbereitet. Die Koffer wurden gepackt, ich bekam meine Abschlussuntersuchung und wir warteten auf den Nachmittag, wo der Wert nochmal gemessen werden sollte.

Ihr Lieben, was soll ich sagen?! Der Wert war ok und wir sind HEIM gegangen <3

Zwar mussten wir die folgenden Tage noch immer ins Krankenhaus um die Werte weiterhin überprüfen zu lassen, aber es war alles okay. Ich hätte NIE gedacht, dass der schwierige Anfang zu solch einer schnellen und komplikationsfreien Entlassung führt.

Nach einer Woche sitze ich nun mit meinem kleinen Alien im Arm bei uns Zuhause und kann unser Glück kaum fassen. Nachts halte ich ihn mehr im Arm, als dass er in seinem Bettchen schläft, weil ich einfach das Bedürfnis habe, ihn halten zu müssen. Ich weiß, dass wir nur einen minimalen Bruchteil von dem erlebt haben, was Frühchen-Eltern erleben und der Gedanke, dass manche Eltern dieses Gefühlschaos über Wochen ertragen müssen, lässt mich demütig werden. Diese 4 Tage waren für Phreak und mich eine verdammt lange Zeit. Im nachinein liest es sich so schnell und Komplikationsfrei, eben nur ein paar kleine Anfangsschwierigkeiten , doch für uns waren es viele Stunden zwischen Tränen und Lachen, Bangen und Hoffen, Angst und Stolz. Dieses Gefühlschaos heißt es jetzt erstmal zu verarbeiten und gemeinsam wegzukuscheln 🙂

 

Viele liebe Grüße
NeLuMum

 

 

 

 

 

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